Es ist wieder so weit: die GDL hat Streiks angekündigt, dieses Mal ganztägig am Donnerstag, Freitag, Montag und Dienstag. Das betrifft mich, da ich täglich ein paar Stunden in den Öffentlichen verbringe und zufällig am Freitag auch noch quer durch Deutschland will um kurz vor Mitternacht wieder heim zu fahren.

Man könnte meinen, dass ich sauer auf die GDL bin.

Fordern da 30% mehr Lohn, legen Deutschland lahm, verursachen großen volkswirtschaftlichen Schaden und gehen dann nicht mal auf das schöne Angebot der Bahn ein - plus 10% sind doch ordentlich. Wer bekommt denn sonst so eine Erhöhung?

Doch so einfach ist es nicht und wer wissen will warum, der liest weiter.

Also zuerst mal ein paar Fakten zum Traumberuf Lokführer:

  • Aufstehen zusammen mit dem Bäcker
  • Fahrt zur Arbeit, wenn noch kein Bus fährt
  • Schichtdienst mit häufig wechselnden Zeiten und Orten
  • Verantwortung für hunderte Mitmenschen
  • teilweise persönliche Haftung im Falle eines Unglücks

Schön, oder? Und wie werden diese Widrigkeiten zur Entwicklung eines Privatlebens abgegolten?
2.800 Euro brutto im Monat oder eben 1.700 Euro netto.
Es handelt sich hierbei übrigens um das Maximalgehalt, ein Lokführer fängt üblicherweise niedriger an.

Ich kann es insofern schon verstehen, dass man mehr Lohn fordert, insbesondere, wenn sich die Forderung von 31% auf den maximal erreichbaren Lohn beziehen.

Gut, dreißig Prozent sind viel. Warum hat die GDL nicht einfach die zehn Prozent genommen und sind ruhig gewesen?

Wie man beispielsweise bei Der Zeit nachlesen kann, setzen sich die zehn Prozent aus der normalen Erhöhung des Haustarifvertrages und einer Mehrarbeit von zwei Stunden je Woche zusammen. Faktisch also lediglich ein Ausgleich in Form bezahlter Überstunden (auch nicht verkehrt, aber eben keine Lohnerhöhung).

Wo soll das aber hinführen?
Laut Berichten zuerst mal zu einem schlechten Betriebsklima bei der Bahn.


Was darüber hinaus passieren könnte bietet sich für wilde Spekulationen an. Mehr dazu vielleicht demnächst.