Oh man! Es ist jetzt genau.... ähhh... ich glaub um acht. Oder doch schon Neun?


Wer es verpasst hat: es war Zeitumstellung am Wochenende - unsere Uhren wurden von 2 auf 3 gestellt, ihr habt also eine Stunde weniger geschlafen oder gefeiert oder wasauchimmmer.


Ich habe zu dem Thema eine ziemlich starke Meinung, da ich im IT-Umfeld schon ein paar Mal angeeckt bin mit diesem Zeug - darum hier ein paar Tipps und meine persönliche Meinung:


Warum eigentlich ne Zeitumstellung?


Die ursprüngliche Idee war, dass man doch Energie sparen kann, wenn man den länger anhaltenden Sonnenschein im Sommer nutzt. Darum hat man sich überlegt: wir stehen alle etwas eher auf und können Abends noch bei Sonnenlicht lesen. Eigentlich nicht doof. Geregelt ist sowas in Deutschland natürlich gesetzlich - das Einheiten- und Zeitgesetz (EinhZeitG) ist dafür gut.


Dummerweise ist dieser Nutzen recht fraglich - es gibt Studien, die besagen, dass es keine Energie spart. Auch sonst gibt es einen Haufen Probleme.


Warum störe ich mich daran?


Ich gehöre zum Glück nicht zu den Menschen, die sich über zu wenig Schlaf oder einen furchtbar gestörten Biorhythmus beschwerden müssen. Ich schlafe gut und stehe auch nach der Umstellung pünktlich auf. Aber hier ein paar Punkte, die auch mich stören:



  • nicht alle Uhren stellen sich automatisch um


Hallo?! Leben wir im Jahr 2011 oder was? Warum holt sich mein Videorekorder die Zeit nicht vom Fernseher? Der hat die doch mindestens im Videotext... Und mein Radio? Im RDS-Signal ist auch die Zeit drin. Die wird aber ignoriert und ich bekomme lieber die schöne blinkende vierfach-null.


Von den manuellen Uhren reden wir lieber erst gar nicht. Überall in der Landschaft und der Wohnung stehen die rum und laufen einfach so weiter, als ob nichts gewesen wäre!



  • auch die Funkuhren stellen sich nicht zuverlässig um


Merkwürdig... dachte ich gestern, weil meine Funk-Solar-Armbanduhr immer noch die alte Zeit zeigte. Schade eigentlich. Grund dafür ist, dass die Uhr nur ein Mal am Tag auf das Zeitsignal lauscht. Das ist dummerweise zwischen 1 und 3 Uhr nachts - da das Signal um 1 empfangen wurde, hat sich meine Uhr gedacht: alles super. Hätte sie um 3 gelauscht, hätte sie gemerkt, dass sie eine Stunde zurück liegt. Naja... hat sich heute Nacht natürlich korrigiert.



  • es ist gesetzlich bestimmt


Das ist natürlich nicht per se schlimm (außer für die Hardcore-Liberalen... da gäbe es wohl ne Zeitbörse irgendwo, damit der Markt die aktuelle Uhrzeit regeln kann). Leider, leider haben Regierungen die Angewohntheit manchmal blöde Sachen zu beschließen. So wurde die Sommerzeit in Australien für die Olympischen Sommerspiele einfach Mal per Gesetz verlängert. Das war jetzt für die Meisten sicherlich nicht so schlimm, aber wenn ein IT-System ein Update braucht nur um mit der Uhrzeit an der Wand gleich zu ziehen, dann dreht sich bei mir durchaus was um.


Ich mag ja Ordnung und so. Da kommen (semi-)spontane Veränderungen der Uhrzeit bei mir gar nicht gut an.


 


Tipps zur Sommerzeit


Der wichtigste Tipp ist aus meiner Sicht: NICHTS in die Zeit zwischen 2 und 3 legen.


Das meint insbesondere Cronjobs. Ich habe das ein Mal erlebt, dass wichtige Jobs doppelt gelaufen sind. Und dann im Herbst gar nicht. Alles ein großer Spaß, wenn man es hinterher wieder sauber machen muss und die verlorene Zeit reinholen.


Der zweite Tipp: Ab-schal-ten, Ab-schal-ten!


Na... ihr kennt das ja jetzt aus dem Fernsehen. Bei uns im Schwäbischen wird gegen alles demonstriert (was ich absolut beführworte) und ich finde da sollte so ein Thema nicht fehlen! Wer gründet eine Bürgerinitiative und schreibt ne Petition? Ich verspreche, dass ich das dann auch garantiert belächle, wenn ich es auf Heise lese. :-D


Und der letzte Tipp: Genießen!


Ja... richtig gelesen. Ich habe das heute morgen genossen. Und warum? Weil ich die Chance habe, zu normaler Uhrzeit ins Büro zu fahren und trotzdem wieder den Sonnenaufgang zu genießen. Ein toller Anblick, der den Start in den Tag einfach viel schöner macht.