Heute war ein Tag ohne große Fahrt. Grund war ein Kayak- und Wanderausflug durch den Abel Tasman Nationalpark. Dieses Kleinod ist sicherlich einer der schönsten Nationalparks Neuseelands und bietet tolle Strände, unberührte Natur und tolle Wanderwege.



Das Kayak-Fahren am Morgen war super. AJ, die heute die Aufgabe hat die Gruppe anzuleiten und die Flohhaufen beisammen zu halten ist extrem nett und motiviert mit ihrer Art ("Ohhh... I SOOO want to go kayaking now!", "I just love to kayak at this time of the day!", ...). Ich nehme ihr das sogar ab.



Mit dem Kayak geht es in einer kleinen Gruppe von drei Booten plus Chefin direkt am offenen Meer entlang von Strand zu Strand.


Wir sehen drei Mal einen kleinen Pinguin. Die süßen Dinger sind so nah, dass man sie am Liebsten greifen und knuddeln mag. Die Jungtiere können noch nicht durch einen kurzen Tauchgang fliehen, da ihre Federn zu viel Auftrieb geben. Die älteren Exemplare hauen total schnell ab. Tauchen kurz unter und wundern sich, dass wir noch da sind, wenn sie zwei Meter weiter drüben wieder auftauchen. Beim zweiten Versuch gehen die Kerlchen dann auf Nummer sicher.


Zu sehen gibt es auch den Split Apple Rock - ein Granitbrocken, der den Jahrmillionen Regen, Wind, Sonne, Wellen und sogar den Menschen widerstanden hat - nur ein Erdbeben hat ihn in der Mitte durchtrennt.



Nach dem Kayak-Trip geht es zurück nnach Kaiteriteri, wo ich einen Kleinigkeit Esse und meine Wanderstiefel anziehe. Zuerst geht es auf ein Boot, dass uns fast eine Stunde nach Norden fährt - vorbei an wunderschönen Stränden und einer Robbenkolonie.



Anschließend geht es über Stock und Stein einen 1,5 Stunden Wanderweg entlang durch die atemberaubend grüne Regenwaldwelt Neuseelands. Leider ist auch hier alles voll und irgendwie spricht man überall Deutsch. Irgendwie schade - ich habe Neuseeland leerer und internationaler in Erinnerung.


Trotzdem - die Natur entschädigt für die Gesellschaft.


Die Stadt Nelson gehört zu den größeren Städten der Südinsel, auch wenn es für mich als Deutschen wie ein verschlafenes kleines Nest aussieht. Nett ist der Wildwest-Flair und billig ist wie immer nur der Pizza Hut.



Es ist eine nette Station um sich die Beine zu vertreten, aber bleiben muss man wohl nicht.



Wirklich spannend ist jedoch die Tatsache, dass man hier im Norden der Südinsel einen Tidenhub (Differenz von Ebbe und Flut [ja! Ohne nachlesen kenne ich dieses Wort!])  von über vier Meter hat. Sieht man an dem Bild unten - kein Meer, obwohl da eines sein sollte.


Zum Glück hat diese Gegend nichts mit dem Zigaretten-Mann zu tun, denn hier ist das Land von Wein und Bier. Wenn es nicht gerade in einen tiefen Abgrund geht ist neben der Straße ein Weingut oder eine Hopfenfarm. Außerdem gibt es große Kuhherden und zumindest einige Schafe zu sehen.




Faszinierend finde ich immer wieder wie freundlichen Neuseeland ist. Sogar die Straßenschider. Wo bei uns vor einer Kurve die Geschwindigkeit per Verbotsschild reduziert wird, hat man hier Hinweisschilder, die sagen: "Hey Bro - hier solltest du es mit 45 km/h versuchen." Und ich muss sagen - sie haben recht!



Heute geht es über die Cook Strait. Dieser dünne Graben zwischen den beiden Hauptinseln sorgt für eine sehr windige und teilweise tückische Überfahrt.



Die Crew ist außerordentlich gut organisiert und bringt Motorräder, Autos, Camper, Caravans, ja sogar einen Truck und bis zu 60 Eisenbahnwaggons wohlgeordnet und in aller Ruhe an Bord. Man wird gut eingewiesen und fühlt sich in guten Händen.


Während der Fahrt ist man auf dem Passagierdeck und kann Foodcourt oder Kino genießen. Tatsächlich drücken sich die Meisten auf dem AUßendeck herum, sobald die Marlborough Sounds in Sicht geraten.



Leider lässt sich die Schönhheit dieser Abfahrt kaum in Bildern einfangen und nicht in Worte fassen.