An Heiligabend bin ich als Kind gern sehr früh aufgestanden um zu schauen, ob es denn ausreichend Geschenke gab (gab es immer!).
Auch dieses Jahr bin ich früh aufgewacht und habe etwas verschlafen dem Regen zugeschaut, wie er die Scheiben des Campervans befeuchtet. Dumm nur, dass es heute auf die Bucht raus geht und der Trip schon bezahlt ist. Bei Regen ist ein Ausflug im offenen Boot nicht so dolle.

Bay of Islands in Wolken
Bay of Islands in Wolken

Außerdem musste ich noch klären, ob es direkt nach der Bootstour im Affenzahn gen Westen geht nach Opononi. Ein Studium der Wetter-App half weiter - bei Regen macht es wenig Sinn sich auf eine Sanddüne zu stellen. Oder die Sanddüne von Weitem fotografieren zu wollen. Also bin ich zum Camp-Chef und habe eine Nacht verlängert. Mit Rabatt, da die Preise ab heute eigentlich um knapp 10% ansteigen - ich habe nochmal den alten Preis gezahl.
Und auch gleich noch den Tipp bekommen, dass ich nicht mit dem Camper in die Stadt muss, sondern auch gleich einen Shuttelbus nehmen kann, der in 10 Minuten abfährt. Sauber!
Am Hafen angekommen ging es dann flott aufs Boot, dass die Crew noch etwas notdürftig trocken gerieben hat - der Regen war ja auch hier.

Und dann zeigt uns Neuseeland, warum man sich nicht auf Wettervorhersagen oder den Blick aus dem Fenster verlassen kann. Der Tag blieb bewölkt, aber es kam kein einziger Tropfen mehr runter.
Der s.g. Cream Trip haat uns dieses Mal riesig Glück gebracht - wir haben zwei Mal Delphine gesehen (bei meinem ersten Trip gab es gar keine), wir haben einem Schwarm Seevögel beim Tauchen und Fressen zugesehen und sind zumindest bis zum Hole in the Rock gefahren. Der Wellengang hat die Durchfahrt unmöglich gemacht, aber das hatte ich bei meiner ersten Reise.

Delphinschwimmer im Wasser
Delphinschwimmer im Wasser

Bei der ersten Delphinschule durften einige Gäste aus dem Boot und mit den Tieren schwimmen. Das sah dann zumeist so aus, dass wir vom Boot riefen "Da! Hinter dir!" oder wahlweise "Da! Unter dir!" und die Schwimmer verwirrt und angestrengt gegen die Wellen anschwammen. Trotzdem war es wohl für alle Beteiligten eine tolle Erfahrung und ein riesen Spaß.

Delphine im Wasser
Delphine im Wasser

Ein Stopp auf einer der Inseln hat dann die Gelegenheit zu einem ausgedehnten Spaziergang geboten, der ich sicher lange in Erinnerung behalten werde. Hier ein Panoramabild - 7 MB. Leider kann man mit der Kamera die Scchönheit dieses Fleckchens Erde (selbst an einem bewölkten Tag) nicht einfangen. Der Hügel war einfach ruhig, Schafe haben im Hintergrund gegrast, die Brandung hat mehr oder weniger leise an die Felsen geschlagen und der Wind hat sanft an der Regenjacke gezupft. Einfach super entspannend. Und die Inseln sind zum Teil im Privatbesitz.

Schafe
Schafe

Auf dem Weg zurück bin ich noch in den Souvenirshop und habe mir ein Weihnachtsgeschenk für mich besorgt. Zeige ich dann gern rum, wenn ich zurück bin.

Jetzt gibt es das Abendessen im Camper: vegetarische Nudelpfanne. Vor mir brennt eine kleine Kerze mit Erzgebirge-Panorama. Und anschließend wird abgewaschen.
Euch allen wünsche ich nun: Frohe Weihnachten!

Mein Heim und Reich
Mein Heim und Reich

 

Heute gibt es wenig zu sehen, weil einfach keine Zeit war sich umzuschauen. Frühmorgens aufstehen und die Koffer wieder zu bekommen. Dann zum Flughafen. Statt wieder über 60 € zu zahlen ging es dieses Mal mit dem Airport-Bus für 16 Dollar pro Nase zum internationalen Terminal und von dort mit einem kostenlosen Shuttlebus zur Camper-Vermietung - einfach nur 5 Minuten weit weg.
Dort ging alles hochorganisiert ab und innerhalb von 20 Minuten steht man mit dem Campervan herum und fragt sich - was nun.
Etwas geärgert habe ich mich, weil es diese Mal ein Camper ist, der ohne Klimaanlage im Schlafbereich auskommt. Zumindest eine Heizung gibt es, aber jetzt im Hochsommer wäre mir etwas Kühlung wichtiger gewesen.
Jetzt geht es die ersten Meter auf die Straße - Linksverkehr, jede Menge Kreisverkehre, ungewohnt langes, schweres, hohes Fahrzeug und... weit entfernt vom Spritzigen Anfahrtsgefühl meines BMW. Aber es geht. Zumindest heute habe ich niemanden überfahren und vermutlich auch keine schwerwiegenden Gesetze gebrochen.
Erster Stop war ein 'Countdown'-Supermarkt. Für den Einkauf sollte man sich gerne eine Stunde oder lieber zwei einplanen - man studiert dann doch die Preise intensiver als daheim, man prüft ob Tomato Sauce das Selbe wie Ketchup ist, oder es doch einen geheimen Unterschied gibt.
Für die Planer unter euch mal ein paar Preise:

  • Milch 2l - 3,59$
  • Kiwi Blue Stilles Wasser 1,5l - 1,00$
  • Brötchen 20 Stück, extra weich und babbig - 4,00$
  • Süße Sahne 0,5l - 3,90$
  • Eier (vermutlich eingepferchte Tiere) 12 Stück - 3,25$
  • Tomaten 1kg - 4,00$
  • Heinz Ketchup 0,5l - 4,79$
  • Reis 1kg - 2,30$

 

Anschließend ging es fast vier Stunden nordwärts bis Paihia. Hier steht der Camper nun nahhe des Wassers, die Klamotten und Einkäufe sind verstaut, der Blog gefüttert. Nun noch duschen (der Tag hatte Stresspotential), Brötchen für morgen schmieren und vielleicht noch einen dringenden Anruf nach Deutschland (ich will nicht wissen, was ich zahlen werde).

Alles in Allem guter Tag, auch wenn Neuseeland heute nicht so hübsch war wie sonst.

Ahhhh... neuer Tag, neues Glück! Ich habe ab 2 Uhr morgens geschlafen und insofern auch prima bis halb 7 oder so. Das war dann auch prima, da ich die ersten Sonnenstrahlen über Auckland beobachten und dann einen kleinen Spaziergang durch die Stadt machen konnte. Vor sieben macht übrigens auch in Auckland kein Geschäft auf und die Cafe-Besitzer schauen dich komisch an.

Auckland vom Hafen aus
Auckland vom Hafen aus


Mitten in der Stadt im Supermarkt hab ich Brötchen geholt - angeblich Ciabatta, aber tatsächlich ziemlich süß und extra-weich. Tee gibt es auf dem Hotelzimmer und so gab es Frühstück mit Nudossi-Brötchen und Tee.
Anschließend bin ich zum Hafen runter und habe ziemlich beeindruckende Schiffe gesehen - ob die 20 Meter hohen Masten irgendwelche Defizite überdecken sollen konnte ich nicht fragen, die Jungs an Bord waren alle am Arbeiten.
Anschließend ging es ins Maritime Museum. Eine wirklich schöne, kleine Ausstellung mit allerlei Booten aus den verschiedenen Besiedlungswellen. Wirklich riesig war dann das America's Cup Boot. Einschließlich augumented reality Bildschirm, den man drehen konnte und Menschen auf dem Boot eingeblendet bekam.

Mein Mast ist der höchste...
Mein Mast ist der höchste...

Auckland zeigt sich von seiner sonnigsten Seite und ich habe tapfer/leichtsinnig die Regenjacke im Hotel gelassen. Sonne ist auch ziemlich komisch, wenn es an jeder Ecke Weihnachtspacks zu kaufen gibt. Den humorigsten Gegensatz finde ich aktuell den Weihnachtsmann mit Rentiere auf der einen Straßenseite und den Ripcurl-Laden auf der anderen - "A bikini kinda christmas".

Weihnachstdeko im Sommer
Weihnachstdeko im Sommer

Falls also jemand noch dringend nen Bikini braucht und seine UK-Größe kennt - einfach mal Bescheid  geben. Aber zügig - morgen geht es weiter!
Nach einem kleinen Mittagsschlaf geht es später noch ins Parnell Village und/oder den Auckland Domain Park. Beides fussläufig zu erreichen und mit Sicherheit etwas Zeit wert.

Bikini Christmas
Bikini Christmas

So! Neuseeland hat mich wieder! Nach dem Flug nach Singapur im A380 (ich hätte mir jetzt mehr erhofft, aber in der Holzklasse ist nicht viel zu holen), ging es nochmals knapp 10 Stunden bis Auckland.
Der zweite Abschnitt war ein gefühltes Downgrade, da hier der Bildschirm am Sitz kleiner und auch die Filmauswahl geringer war.

Da sich die Frage sicherlich vor Allem meine Tanten stellen: nein, ich bin nicht verhungert und hier unten seht ihr eine Auswahl der Speisen, die geboten wurden. Ich war mutig und habe mich an die thailändische Küche gehalten.
Von den vielen Pilzen war ich nicht sonderlich angetan. Dafür war das Eis toll!

Singepore Airlines EssenSingepore Airlines Essen Singepore Airlines EssenSingepore Airlines Essen Weihnachtsstimmung im FliegerWeihnachtsstimmung im Flieger

Und es gab kostenlos Baileys und diverse Cocktails. Ich habe natürlich nicht zugegriffen, zumal mein Hals- und Nasentrakt seine üblich Ich-habe-keinen-Stress-mehr Show abzieht und meint ich wollte mal krank werden. Nix da.

Da mein Bruder mich das sowieso fragt, hab ich mir aufgeschrieben, welche Filme ich gesehen habe:

  • Gotham Season 1 Episoden 1, 2 und 3
  • The big bang theory Season 8 Episoden 1-4
  • Agents of S.H.I.E.L.D Season 1 Episode 14 oder so
  • Guardians of the Galaxy
  • Banklady (deutsch!)
  • Lucy
  • die Hälfte von Hercules
  • die ersten 10 Minuten von "Only lovers left alive"

Ich habe mich darüber gefreut, dass die alle auf English waren, konnte aber auf dem zweiten Abschnitt nicht mehr viel schauen. Den Bildschirm fand ich zu klein und irgendwie  war dann auch die Luft raus.
Ich habe mir daher ein Hörbuch gegeben: The Kill List. Fing ganz gut an, aber ich konnte es auch nicht zu Ende schauen.

Tja... in Auckland durfte ich dann den Koffer auspacken - merkt euch, dass Honig nicht willkommen ist. Konfitüre ist okay, aber Honig zu gefährlich.
Da die Grenzbeamten hier unten aber unglaublich freundlich sind, musste ich den Koffer nicht komplett leer machen und es hat auch niemand gewühlt - ich hatte ja auch direkt gesagt, dass ich was habe.
Wanderstiefel sollte man an haben - da ist es auch sehr einfach die Reinheit zu kontrollieren.

Und dann zweiter Schock - 60€ fürs Taxi nach Auckland mit der Aussicht übermorgen nochmal genau diesen Preis zu zahlen um bis zur Camper-Vermietung zu kommen.
Egal - das Hotel ist schön.

Eis im FliegerEis im Flieger