Heute war ein eher langweiliger Tag. Ein später Start war eingeplant, da unsere Überfahrt von der Süd zur Nordinsel mit 11:15 angesetzt war. Der Campingplatz ist nur knappe 30 Minuten von der Fähre entfernt. Da man eine Stunde vorher eincheckt und sich in eine vierspurige Warteschlange stellt, soll man allerdings etwa eine Stunde vorher da sein.

Der Checkin war einfach. Danach die richtige Spur zu finden irgendwie weniger intuitiv. Dank der sehr freundlichen Hilfe eines Zoll-Mitarbeiters war es dann aber okay. Der lief herum und fragte, ob man sich in Flüssen und Gewässern herumgetrieben habe. Angeln oder Bootsfahrten oder so. Ihm gehts um Biosecurity – viele Gewässer sind von invasiven Algenarten belastet und man möchte die Verbreitung stoppen. An vielen Gewässern steht daher „Check, Clean, Dry“ - man soll sein Equipment prüfen, säubern und trocknen lassen, bevor man weiter fährt. Die Kontrolle war allerdings sehr lax.

Dann kam ein zweiter Check, der immerhin tatsächlich geprüft hat, was ich sagte. Die Frage war, ob die Gasflasche im Camper abgedreht ist. Hier musste ich kurz raus und die kleine Klappe öffnen. Der Mitarbeiter hat dann mal kurz an der Flasche gedreht um zu schauen, ob wirklich zu ist. War es natürlich.

Da die Kontrolle recht flott ging und noch nicht viel los war hat er sich dann noch zu uns gestellt und wir haben ein wenig geredet. Wie der Zufall es so wollte: der Schwager seiner Mutter ist aus Stuttgart. Da hatten wir gleich was zu erzählen. Natürlich nicht sehr lang und der breite Akzent hat es mir schwer gemacht alles zu verstehen, aber es war ein toller kleiner Austausch.

Anschließend ging es auf die Fähre. Das sind wirklich große Schiffe – oft fährt auch eine Bahn mit. Auf jeden Fall haben Laster Platz und natürlich jede Menge Campervans, wie man auf dem Bild sieht. Jeder muss sein Fahrzeug selbst parken, sie werden nicht weiter befestigt.

20190114 Interislander Vehicle Deck

Danach heißt es: ab aus Passagierdeck mit euch. Die knapp 100 Kilometer verbringt man nicht im Fahrzeug, da dies bei einer Evakuierung zu kompliziert wäre.

Die Fähre bietet ausreichend Platz, man sieht ihr aber ihre 10 Jahre mit Volllast an. Nichts ist kaputt oder wirklich verschlissen, aber es wirkt wie das saubere, hübsche Wohnzimmer von Oma. Nicht mehr ganz zeitgemäß, aber gemütlich. Ein Shop und mehrere Restaurants laden dazu ein, sein Geld auszugeben.

20190114 Interislander Passenger Deck

Auch für die Kinder wird gesorgt – es gibt einen Malwettbewerb mit zwei Gewinnern – ein Kind unter 6 Jahren und eines über sechs. Als Preis winkt ein Gutschein im Wert von 10 Dollar, welcher auf der Fahrt noch in Pommes, Süßigkeiten oder ein Souvenir verwandelt werden kann.

20190114 Interislander Wettbewerb

Zusätzlich sind auf dem Schiff eine Spielecke und an vielen Fenstern kleine Geschichten versteckt, damit die Kleinen rumrennen und etwas entdecken können. Für die Großen gibt es 4 Stunden oder 100MB Internet kostenfrei – was auch immer zuerst aus ist. Ich hatte auf das Volumen getippt. Leider ist das Netz so langsam, dass die Fahrt vor dem Kontingent vorbei war.

Aber reicht für ein paar Mails.

Und vielen Reisenden war auf unserer Fahrt sowieso nicht so nach Entdecken und Lesen. Es war durchaus huckelig und zwischenzeitlich hat man aus dem Fenster nur das Wasser gesehen, dass gefühlt im 90 Grad Winkel stand. Ganz so schlimm war es nicht, sah aber trotzdem dramatisch aus. In etwa zu dem Zeitpunkt wurde der Sitzbereich auch deutlich leerer. Die Gänge und das „Sonnendeck“ füllten sich. Tüten wurden verteilt und einige davon auch von den hilfsbereiten Passagieren aufgefüllt. So oder ähnlich ;-)

20190114 Interislander Fahrt

Nach der Fahrt haben wir uns in Wellington noch etwas Luxus gegönnt.

Einerseits haben wir eine deutsche Bäckerei besucht. „Richtiges“ Brot, ein kleiner Laib so um die 9 Dollar (gute 5-6 Euro), war uns zu teuer, aber eine Brezel für die Stuttgarter war wichtig. Und sie war nicht schlecht.

20190114 Wellington Bakery

Der zweite Luxus ist eine Eckbadewanne im Top 10 Holiday Park in Wellington. Das ist einer der teuersten Campingplätze bisher mit 55 Dollar (33 Euro) für Zwei im Campervan, aber der ist auch super ausgestattet, nah an der Stadt und alles inklusive. Das Wasser ist schön heiß, das WiFi mit 1GB je Gerät großzügig und alles in Schuss.

20190114 Wellington Luxus

Der dritte Luxus war: Heizstrahler an. Mit Strom können wir es sehr schnell wohlig warm machen und das haben wir uns heute mal gegönnt. Das geht übrigens auch mit der Gasflasche recht einfach, aber das macht nur Sinn, wenn es keinen Strom gibt.

Mit drei Mal Luxus schläft es sich natürlich dann auch schnell.

Der Morgen war wieder Mal super-schön. Wir waren sehr nah am Meer und morgens habe ich einen kleinen Spaziergang am Ufer gemacht. Wie schön es dort war kann man leider weder in Worte fassen noch mit einem einfachen Foto teilen. Ich versuche es trotzdem mal mit dem Bild unten.

20190113 Kaikoura Meer

Am Vormittag ging es dann zum Whale Watching. Es wurde eine dringende Warnung vor Seekrankheit ausgegeben, die am Ende nicht notwendig war. Wir sind einige Meilen aufs Meer raus gefahren und der Captain hat dann versucht einen Wal zu lokalisieren. Dafür nutzt er ein Unterwassermikro und lauscht auf die Echo-Lot-Signale. Da zwei Boote gleichzeitig auf dem Wasser sind, kann man auch sowas wie Triangulation versuchen. Zumindest kriegt man die ungefähre Richtung raus und schaut dann dort mal vorbei.

20190113 Whales Lauschen

Die hier gesuchten Pottwale bleiben üblicherweise 40 bis 60 Minuten unter Wasser und schauen dann nur mal 10 Minuten raus um zu atmen, den Fang zu verdauen und vielleicht auch mal zum Schlafen.

Am Horizont sucht man ganz vergeblich nach einer großen Masse Säugetier. Vom Wal sieht man fast immer nur das, was hier auf dem Bild zu sehen ist: die „Atemluft“. Eine kleine Fontäne namens „Blow“.

20190113 Whales Blow

20190113 Whales Ruecken

Der eigentlich spannendste Moment ist, wenn er wieder abtaucht und man die Flosse sieht – diese dient auch zur Identifikation. Jeder Wal ist da einzigartig. Wir haben heute zwei Exemplare gesehen und ich bin total begeistert zurück gekommen.

20190113 Whales Flosse

20190113 Whales Flosse 2

Wirklich Klasse.

Leider bricht nun der letzte Abend auf der Südinsel an. Wir sind jetzt ganz nah bei Picton auf einem kostenfreien Campingplatz, der sich immer mehr füllt. Und morgen ab sechs Uhr werden die Camper wieder aufbrechen um zur Fähre zu gelangen. Wir haben eine Überfahrt gegen 11 Uhr und können damit normal schlafen.

Der heutige Tag war so wenig aufregend, dass ich nicht Mal Bilder gemacht habe. Morgens waren wir noch mal im Pak‘nSAVE um die Vorräte aufzufüllen. Da wir meist Wasser aus Flaschen trinken und fürs Kochen verwenden, brauchen wir schon immer wieder Nachschub. Viele Leute hier behandeln das Flusswasser oder trinken das Leitungswasser. Da das nicht immer empfehlenswert ist, verzichten wir darauf.

Anschließend waren wir bei StarRV in Christchurch um von unserem Recht auf Austausch der Bettwäsche Gebrauch zu machen. Wir waren total positiv überrascht. Nicht nur Bettwäsche, sondern auch Handtücher und Geschirrtücher wurden umgehend ausgetauscht. Und als ich fragte, wie ich eigentlich merke, ob meine Gasflasche zur Neige geht, wurde mir kurzentschlossen eine neue, volle Gasflasche angeschlossen. Ganz toller Service! Prima!

Danach sind wir viele Kilometer durchs Land gefahren um in der Nähe von Kaikoura zu landen. Morgen gehts zur Whale Watching und da müssen wir früh dran sein.

Tja, was soll ich sagen? Um die Pointe vorweg zu nehmen: wir haben wieder nicht in der Hütte in den Bergen übernachtet.

20190111 Woolshed Creek Hut

Der Aufstieg auf dem Miner‘s Track war angenehm, wenn auch stellenweise fordernd, da es sehr steil war. Sehr schön waren die Infotafeln, welche verschiedene Stationen in der Geschichte der Kohleminen der Gegend am Schauplatz aufzeigten.

20190111 Infotafel

Auch der Weg hat wieder beeindruckt. Für einen Wanderweg, der selten verwendet wird, war dieser wieder unglaublich gut gepflegt. Das heißt ordentliche Wegmarkierungen, Holzbalken um an Wasserschneisen den Weg festzuhalten oder sogar mal ein Steg wie hier zu sehen. Das DOC leistet wirklich fantastische Arbeit zusammen mit vielen Freiwilligen.

20190111 DOC Arbeit

Aus Versehen haben wir heute eine Abkürzung genommen und waren unverhofft früh in der Position die Woolshed Creek Hut zu sehen und dann auch zu betreten. Hier einfach mal ein paar Bilder von Innen.

20190111 Woolshed Creek Hut Innen 120190111 Woolshed Creek Hut Innen 220190111 Woolshed Creek Hut Innen 3

Nach einer kleinen Pause um die durchschwitzten Klamotte teilweise zu wechseln, in Ruhe etwas zu Trinken und uns so weit frisch zu machen, sind wir noch mal los zum Emerald Pool. Dieser liegt nur 10 Minuten von der Hütte entfernt und der Name könnte kaum passender sein. Leider ist er auch ziemlich kalt.

20190111 Emerald Pool

Da wir so früh dort waren haben wir uns spontan entschieden auch direkt zurück zu laufen. Wir sind dabei mitten durch Wolken gelaufen :)

20190111 Durch die Wolken

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