Der Ausblick auf den heutigen Tag war recht trübe - fahren, fahren, fahren. Nicht nur den ganzen Weg zurück nach Auckland, sondern im Idealfall gleich noch weiter bis zur Coromandel Halbinsel. Ich habe nicht daran geglaubt, dass wir so weit kommen. Außerdem wollte ich unbedingt noch zu den Haruru Falls, etwas nördlich vom Campingplatz.
Also nach dem Frühstück direkt ab via Paihia nach Haruru und zu den Wasserfällen. Leider ist das Tor zum Parkplatz abgeschlossen - also am Straßenrand angehalten und raus. Der Fluss ist dieses Mal viel voller als beim letzten Besuch. Und irgendwie klappt es auch mit der langen Belichtungszeit nicht so, wie ich das wollte. Mein Gorillapod macht aber eine gute Figur.
Der Abstecher war schon mal gut, jetzt liegen aber ungefähr fünf bis sechs Stunden Fahrt mit dem Campervan vor mir und das ist irgendwie weniger attraktiv. Also wird noch ein Wasserfall eingeschoben - Whangarei Falls.
Hier sind jede Menge Koreaner und Inder, die sich gegenseitig die besten Plätze zum Fotografieren streitig machen - und ich mitten drin. Diese Wasserfälle führen viel weniger Wasser als die Haruru Falls, sind dafür aber wesentlich höher. Ich habe mit den Belichtungszeiten und dem Polfilter experimentiert. Falls mich das kleine Display an der Kamera und der fast genauso kleine Bildschirm meines Eee PC 901 nicht austricksen, sollten die Ergebnisse ganz gut sein.
Das hellt denn Tag schon ziemlich auf, wenn die neue Kamera endlich tut, was man  von ihr will.

kurze Belichtungszeitkurze Belichtungszeit

 

Lange BelichtungLange Belichtung
Die restliche Fahrtzeit vergeht eigentlich ganz flott und ich komme deutlich besser voran, als gedacht. Schon kurz nach 14 Uhr bin ich hinter Auckland und mache Rast bei einer Autobahn-Tankstelle. Gegessen wird im Camper, Kaffee gibt es vom McDonalds gegeüber der Tankstelle.

Es ist Zeit die Unterkunft für den Abend klar zu machen - leider geht heute am 1. Weihnachtstag keiner ans Telefon. Jeden Tag im Jahr kann man bei den i-Sites anrufen und praktisch alles klären, nur nicht am 1. Weihnachtstag. Also probiere ich einen kommerziellen Campingplatz - Anrufbeantworter. Keine guten Aussichten, aber es scheint noch viel Zeit zu bleiben, also geht die Fahrt weiter - immer Richtung Coromandel.


In Thames geht es dann ab in die Pampa und über eine duchschnittlich gute Geröllstraße bis zum Visitor Center. Auch hier ist alles zu und ich denke, dass es mit dem Strom heute nichts wird. Ist aber nicht schlimm. Also weiter, tiefer in den Wald. Endlich kommt links der ersehnte Campingplatz und er ist wunderschön.
Zwanzig Schritte vom Camper entfernt fließt der Fluss und ich ziehe die Schuhe und Socken aus um mal rein zu laufen. Dieses Mal kann ich mich und die Kamera nicht ruhig genug halten für gute Bilder. Aber vielleicht reicht es auch zu wissen, wie toll  es hier ist.

Bach am CampingplatzBach am Campingplatz
Abgerundet wird der Tag noch durch einen kurzen Spaziergang von vielleicht 40 Minuten hoch auf den Berg mit tollem Blick über  die Landschaft. Man hört niemanden, nur das entfernte Donnern des Wassers, das sich hier nach einem leisen Säuseln anhört.

Am Ende war der Tag doch besser als gedacht und ich fühle mich ziemlich wohl hier. Ohne Internet. Ohne Handyempfang. Ohne fließend Wasser. Ohne heiße Dusche. Ohne Deutsche.