Fahrtag! Was eine Freude meine lieben Freunde...
Und da sich hier in Rapahoe die Wellen zum Frühstück am Strand brechen und das Rauschen wirklich schön ist komme ich nicht besonders flott hier weg.
Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Tatsache, dass die Duschen (2 Stück) mitten im Speiseraum/Lounge stehen. Ich grüße die Frühstückenden und stelle mich unters Wasser. Irgendwie merkwürdig.

Der Plan ist von Greymouth bis nach Wanaka zu fahren. Völlig übertrieben, weil das viel zu weit ist und an wirklich unschönen Pässen entlang führt. Leider ist auf der Strecke für mich nicht mehr viel zu holen. Die wesentlichen Sehenswürdigkeiten (Hokitika - Jadearbeiten und Fox/Franz Josef - Spaziergang auf einem Gletscher) habe ich schon genossen und einen anderen Weg nach Wanaka gibt es eigentlich nicht.
Trotzdem verspricht der Tag schön zu werden - die Landschaft ist wieder großartig und hier auf der Südinsel ist es schön leer.

Diese Brücke gehört zu den langsamen...
Diese Kurve gehört zu den langsamen...

In Greymouth wird noch getankt - als heißen Tipp für alle Reisenden: auf der Südinsel lieber zu früh tanken und immer etwas mehr Wasser mitschleppen. Hier gibt es Abschnitte (so wie heute auf meiner Strecke) auf denen 120km KEINE Tankstelle zu finden ist.
Die Straße zieht sich, aber ich mache über Mittag noch gut Strecke und bin gegen zwei beim ersten und einzigen Stopp für heute: Lake Matheson.
Dieser See ist wunderschön mitten in einem Regenwald gelegen durch den man genau einen Weg geschlagen hat: für uns Touristen.
Das besondere ist, dass sich im See das Bergmassiv des Aoraki spektakulär spiegelt. Ich will hier unbedingt wieder hin, da ich dieses Mal meine neue Kamera samt Polfilter habe.
Der Weg ist mit 45 Minuten als Rundweg länger als ich in Erinnerung hatte, aber er lohnt sich. Leider ist das Wetter nicht sonderlich gut und die Bilder werden nicht ganz so, wie ich sie wünsche.

Lake Matheson
Lake Matheson

Danach gehe ich noch ins Cafe, da der Magen knurrt - leider haben die ab 3 kein Mittagessen mehr. Und im nahegelegenen Ort "Fox Glacier" kostet eine Pizza 24 NZ$ und eine Schale  Pommes 8$. Ich verzichte und wende mich zum wiederholten Male den neuseeländischen Knautschbrötchen zu. Zumindest die Schokocreme kriegen sie ganz gut hin.

Nun geht  es weiter - von Fox Glacier Richtung Haast. Meine Hoffnung ist nun, dass es zumindest noch bis Pleasant Flat reicht, meine Befürchtung ist, dass der Ort Haast schon zu hoch gegriffen ist. Das Wetter schlägt nämlich gerade um: Regen. Das macht im Urlaub wenig Spaß. Auf einer Passstraße noch weniger. Aber wenn man sich umschaut und den dichten Regenwald in allen Grünschattierungen sieht, sollte einem klar sein, dass hier öfter mal mehr Wasser runter kommt.

Der Haast Pass
Der Haast Pass

Zum Glück ist die Straße sehr gut und die Sonne ist noch lange oberhalb des Horizonts - dank der Berge, der sehr tief hängenden Wolken und des Regens sehe ich sie nicht. Aber es ist schön hell.

Gegen 19:30 kommt der Campervan am Pleasant Flat Campingground zum Stehen. Der kurze Spaziergang zum DOC-Bezahl-System stellt sich jedoch als Spießrutenlauf heraus. Ein Schwarm Sandflies hat nur auf mich gewatet. Während ich hektisch  das Nummernschild und meine Adresse auf den Zettel kritzel haben mich schon vier auf jedem Arm besucht. Während ich das Geld in den Umschlag packe sehe ich zwei Neue - auf meiner linken Hand. Ich ahne, dass ich heute nicht mehr vor die Tür gehe.

Vor dem Essen im Camper werfe ich noch einen Blick aufs Navi - morgen schaffe ich es bis Queenstown und bin damit wieder völlig im Plan. Und ich kann mich freuen: morgen gibt es den einzigen Burger weltweit, den ich esse - Fergburger. The BEST of the BEST.