Der Morgen war wieder Mal super-schön. Wir waren sehr nah am Meer und morgens habe ich einen kleinen Spaziergang am Ufer gemacht. Wie schön es dort war kann man leider weder in Worte fassen noch mit einem einfachen Foto teilen. Ich versuche es trotzdem mal mit dem Bild unten.

20190113 Kaikoura Meer

Am Vormittag ging es dann zum Whale Watching. Es wurde eine dringende Warnung vor Seekrankheit ausgegeben, die am Ende nicht notwendig war. Wir sind einige Meilen aufs Meer raus gefahren und der Captain hat dann versucht einen Wal zu lokalisieren. Dafür nutzt er ein Unterwassermikro und lauscht auf die Echo-Lot-Signale. Da zwei Boote gleichzeitig auf dem Wasser sind, kann man auch sowas wie Triangulation versuchen. Zumindest kriegt man die ungefähre Richtung raus und schaut dann dort mal vorbei.

20190113 Whales Lauschen

Die hier gesuchten Pottwale bleiben üblicherweise 40 bis 60 Minuten unter Wasser und schauen dann nur mal 10 Minuten raus um zu atmen, den Fang zu verdauen und vielleicht auch mal zum Schlafen.

Am Horizont sucht man ganz vergeblich nach einer großen Masse Säugetier. Vom Wal sieht man fast immer nur das, was hier auf dem Bild zu sehen ist: die „Atemluft“. Eine kleine Fontäne namens „Blow“.

20190113 Whales Blow

20190113 Whales Ruecken

Der eigentlich spannendste Moment ist, wenn er wieder abtaucht und man die Flosse sieht – diese dient auch zur Identifikation. Jeder Wal ist da einzigartig. Wir haben heute zwei Exemplare gesehen und ich bin total begeistert zurück gekommen.

20190113 Whales Flosse

20190113 Whales Flosse 2

Wirklich Klasse.

Leider bricht nun der letzte Abend auf der Südinsel an. Wir sind jetzt ganz nah bei Picton auf einem kostenfreien Campingplatz, der sich immer mehr füllt. Und morgen ab sechs Uhr werden die Camper wieder aufbrechen um zur Fähre zu gelangen. Wir haben eine Überfahrt gegen 11 Uhr und können damit normal schlafen.

Der heutige Tag war so wenig aufregend, dass ich nicht Mal Bilder gemacht habe. Morgens waren wir noch mal im Pak‘nSAVE um die Vorräte aufzufüllen. Da wir meist Wasser aus Flaschen trinken und fürs Kochen verwenden, brauchen wir schon immer wieder Nachschub. Viele Leute hier behandeln das Flusswasser oder trinken das Leitungswasser. Da das nicht immer empfehlenswert ist, verzichten wir darauf.

Anschließend waren wir bei StarRV in Christchurch um von unserem Recht auf Austausch der Bettwäsche Gebrauch zu machen. Wir waren total positiv überrascht. Nicht nur Bettwäsche, sondern auch Handtücher und Geschirrtücher wurden umgehend ausgetauscht. Und als ich fragte, wie ich eigentlich merke, ob meine Gasflasche zur Neige geht, wurde mir kurzentschlossen eine neue, volle Gasflasche angeschlossen. Ganz toller Service! Prima!

Danach sind wir viele Kilometer durchs Land gefahren um in der Nähe von Kaikoura zu landen. Morgen gehts zur Whale Watching und da müssen wir früh dran sein.

Tja, was soll ich sagen? Um die Pointe vorweg zu nehmen: wir haben wieder nicht in der Hütte in den Bergen übernachtet.

20190111 Woolshed Creek Hut

Der Aufstieg auf dem Miner‘s Track war angenehm, wenn auch stellenweise fordernd, da es sehr steil war. Sehr schön waren die Infotafeln, welche verschiedene Stationen in der Geschichte der Kohleminen der Gegend am Schauplatz aufzeigten.

20190111 Infotafel

Auch der Weg hat wieder beeindruckt. Für einen Wanderweg, der selten verwendet wird, war dieser wieder unglaublich gut gepflegt. Das heißt ordentliche Wegmarkierungen, Holzbalken um an Wasserschneisen den Weg festzuhalten oder sogar mal ein Steg wie hier zu sehen. Das DOC leistet wirklich fantastische Arbeit zusammen mit vielen Freiwilligen.

20190111 DOC Arbeit

Aus Versehen haben wir heute eine Abkürzung genommen und waren unverhofft früh in der Position die Woolshed Creek Hut zu sehen und dann auch zu betreten. Hier einfach mal ein paar Bilder von Innen.

20190111 Woolshed Creek Hut Innen 120190111 Woolshed Creek Hut Innen 220190111 Woolshed Creek Hut Innen 3

Nach einer kleinen Pause um die durchschwitzten Klamotte teilweise zu wechseln, in Ruhe etwas zu Trinken und uns so weit frisch zu machen, sind wir noch mal los zum Emerald Pool. Dieser liegt nur 10 Minuten von der Hütte entfernt und der Name könnte kaum passender sein. Leider ist er auch ziemlich kalt.

20190111 Emerald Pool

Da wir so früh dort waren haben wir uns spontan entschieden auch direkt zurück zu laufen. Wir sind dabei mitten durch Wolken gelaufen :)

20190111 Durch die Wolken

Nachdem die Nacht in Fairlie ziemlich gut war, kam die Überraschung schon morgen kurz vor sieben. Scheinbar erledigen die Leute hier ihre Einkäufe eher früh. Ab sieben war echt was los auf unserer Hauptstraße und direkt vor uns lag das semi-berühmte „Bakehouse“ von Fairlie. Da kamen und gingen die Gäste ziemlich fleißig.

Ab zehn ging es dann zur Gem Alpaca Farm für eine kleine Tour. Stiefel an und auf die Farm. An manchen Tagen machen 20 Leute diese Tour auf ein Mal, heute waren wir nur sechs. Die Dame, die uns herum führt erzählt von den Alpaka-Farmern – alles Eigenbrötler – vom Stand der Alpaka-Industrie – dauert noch 20 Jahre – und von ihren Tieren.

20190110 Alpakas 1

Die Farm mit ihren 75 Tieren würde keinen Gewinn abwerfen. Zum Einen ist Alpaka-Wolle nur in den ersten 7 Lebensjahren von hoher Qualität. In anderen Ländern werden die Tiere dann zu Fleisch verarbeitet. In Neuseeland ist man noch nicht so weit und pflegt die Tierchen dann noch 18 Jahre weiter. Zum Anderen lohnt es sich nicht, die Dutzenden Farben und hunderten Schattierung des Fells zu trennen und zu verarbeiten. Wirtschaftlich richtig wären nur weiße Alpakas.

Zum Glück hält die Farm sich dank der Führungen und eines kleinen Ladens seit über 14 Jahren über Wasser und ich durfte dieses süße Baby-Alpaka treffen. Das Kleine ist gerade mal 3 Tage alt gewesen, musste für uns aber mal aufstehen.

20190110 Alpakas 2

Ich hatte jede Menge Spaß in der Herde herum zu laufen, einzelne Tiere aus der Hand fressen zu lassen und sie dann kurz am Hals oder Rücken zu streicheln – nie am Kopf und nie am Hintern.

Anschließend sind wir noch in Geraldine um beim DOC (Department of Conservation) Informationen zu unserer geplanten Wanderung auf den Mt. Somers einzuholen. Die Infos waren dann nicht sooo prickelnd. Ich habe zwar zwei „Eintrittskarten“ für die Hütte in den Bergen und auch eine Info-Broschüre, aber auch den Hinweis, dass heute Orkanböen bis 120 km/h erwartet werden. Gut, dass ich die Info habe, bevor ich oben stehe, aber trotzdem doof. Also wieder mal umplanen und als Erstes: zum Mittag eingekehren. Es gab lecker Indisch für 12 Dollar (Curry, Reis, Naan und ein Getränk!) und ich bin kurz ins Kino gegangen um mehr darüber zu erfahren.

Der überraschend mürrische Betreiber hat dann kurz erklärt, dass das Haus 400 Sitzplätze hat und seit über 90 Jahren besteht. Spannend.

20190110 Kino

Zuletzt ging es nur noch weiter bis Mount Somers um die Nacht abzuwarten und dann am nächsten Morgen den Aufstieg zu wagen