Der heutige Tag startete am Lake Wanaka – für mich sehr früh. Um den See im richtigen Licht zu erwischen klingelt mein Wecker schon um fünf Uhr morgens. Dumm nur, dass es zu früh ist :-)

Der Wind ist kalt und ich stehe, wie ein Neuseeländer, in FlipFlops (hier „Jendals“), kurzer Hose und Jacke in der Landschaft. Gegen sechs steigt die Sonne über den Bergen auf und der graue, raue See wird plötzlich von goldenen Kuppen umgeben. Der richtige Zeitpunkt für ein paar Bilder, bevor es zurück unter die Decke geht.

20190103 Lake Wanaka

Später am Morgen gehts via Lake Hawea – auch einen Abstecher wert – nach Cromwell zu einer Institution seit mindestens 10 Jahren und auf jeder Reise ein Stopp für mich.

Beim Fruit Stall gibt es nicht nur leckere Früchte direkt vom Erzeuger, sondern auch Nougat mit Früchten, Honig, Gemüse, Marmelade und so weiter. Ein Highlight für Klein und Groß ist noch das Fruchteis aus frischen Beeren. Man darf sich für 5 Dollar eine Eissorte auswählen und dazu ein paar Früchte, die man rein haben möchten. Das Eis wird dann direkt an der Theke gemischt und schmeckt fantastisch! Der kleine Rosengarten neben der Verkaufsfläche lädt zum Verweilen ein, bis das Eis sicher im Bauch verstaut ist.

20190103 Mrs Jones

Weiter gehts nach Queenstown – der Adrenalin Capital of the World. Mittlerweile scheint es auch die Stau-Capital of Neuseeland zu sein. Ich erkenne die Stadt zwar wieder, traue meinen Augen aber nicht. Es sind mittlerweile so viele Menschen hier, dass überhaupt keine Parkplätze mehr gibt. Schon gar nicht für einen Camper.

Am Ende quäle ich den Mercedes durch enge Straßen und über steile Hänge nur um enttäuscht und genervt aus der Stadt zu fahren. In Frankton entsteht eine Mall – hier wird wieder mal eingekauft. Das Budget sagt wir sollten satt sein, aber der Einkaufswagen ist irgendwie anderer Meinung.

Mit dem Bus gehts wieder zurück nach Queenstown. Der muss nicht parken. Es bleibt der Eindruck wie zuvor. Es ist zu voll. Das Klientel hat sich gewandelt.

Wo ich noch einen beschaulichen Ort erlebt habe, der im Sommer und Winter jeweils für ein paar Wochen von abenteuerlustigen, abgewrackten Backpackern aus dem Schlaf gerissen wurde, steht jetzt eine Industrie. Fast alle Geschäfte haben eine Ecke mit chinesischen Schildern, oder alles zweisprachig. Viele alte Läden sind gewichen. Aus und Vorbei war es für mich, als ich den Louis Vuitton Laden entdecke. Der gehört da nicht hin. Da sollte etwas sein um sich die Knochen zu brechen und in Adrenalin zu baden.

In einem der Shops spreche ich mit einem der Angestellten – Sunny. Er lebt seit 11 Jahren in Neuseeland und auch schon einige Jahre in Queenstown. Er bestätigt – in den letzten vier Jahren hat sich die Stadt sehr verändert und ist nicht mehr die gleiche.

Das Einzige, was gegen diesen Weltschmerz helfen kann ist Fergburger. Diese Instituation steht ebenfalls jedes Mal auf meinem Plan. Es fällt auf: der Laden hat expandiert mit einer Bäckerei und einer Eisdiele nebenan. Die Schlange ist länger geworden. Natürlich. Aber das Team ist auch effizienter. Die Wartezeit zum Bestellen beträgt etwa 15 Minuten. Und danach noch mal 15 Minuten für die Zubereitung. Und in günstigen Fällen: 15 Minuten zum Genießen. Oft auch länger.

20190103 Fergburger

Hier stellt sich das erste Mal in Queenstown wieder das Gefühl ein, dass ich noch kenne. Lecker. Einfach und Gut.

Damit kann es jetzt auch zurück gehen zum Campervan draußen in Frankton. Mit dem Vorsatz Queenstown noch einen Besuch abzustatten. Morgen.