Wellington begrüßte uns heute mit typischem Wetter – sehr windig. Später kamen auch noch Nieselregen und Sturmböen dazu. Letztes Mal wars schöner.

20190115 Wellington Waterfront

Trotzdem bleibt die Stadt ein kleines Juwel – nicht zuletzt wegen des Nationalmuseums Te Papa.

Schon davor wird man mit Wissen begrüßt – jeder Globus stellt etwas anderes dar. Ganz links die Masseverteiltung und echte Form der Erde, ganz Rechts das Relief ohne Ozeane und dazwischen zwei Darstellungen, die ich nicht gleich durchschaut habe.

20190115 Wellington Te Papa Globes

Der Eintritt ist frei und das Museum hat nur am 1. Weihnachtstag geschlossen. Hier ist alles zweisprachig beschriftet: Maori und Englisch. Ich finde das Klasse – so erhält man eine Sprache am Leben, die von einer Minderheit gesprochen wird. Auch die multimedialen Beiträge, insbesondere für Kinder, können auf Maori eingestellt werden.

Das Museum wird gerade umgebaut: einerseits wird eine Neugestaltung der naturkundlichen Abteilung durchgeführt, zum Anderen gibt es einen neuen Bereich zur Rolle Neuseelands in den verschiedenen Kriegen der Welt – erster und zweiter Weltkrieg natürlich, aber auch Koreakrieg und andere.

Eine Sonderausstellung hatte die Terracotta-Armee von China zum Thema, war mir mit 20 Dollar Eintritt dann aber nicht reizvoll genug.

Spannender fand ich die Sektion zur Urbarmachung des Landes, welche sich mit den Veränderungen von Landschaft und Flora&Fauna durch die ersten Siedler und dann später die Europäer beschäftigte. Eine Nische war dann z.B. dem Gedanken an verlorene Tierarten gewidmet. Jede Tierart aufgelistet und dazu ein gesungenes Gebet der Vergebung und Erinnerung auf Maori. Für mich auf jeden Fall bewegend. Denn hier sind viele Arten unwiederbringlich verschwunden. Und es fehlt nicht viel und weitere verschwinden. Ich beglückwünsche Neuseeland zu den bereits gemachten Anstrengungen Naturschutz und Ökonomie zu kombinieren und ich hoffe, dass sie noch viel mehr Erfolge damit feiern.

20190115 Wellington Te Papa Ausrottung

Durch alle Bereiche zog sich wieder der Wunsch auch schon den Jüngsten etwas mitzugeben und das Interesse an dem zu Wecken, was die Erwachsenen bewegt. Dazu wurde z.B. ein Standard-Container aufgestellt mit typischen Gegenständen, die Reisende an der Grenze Neuseelands dabei haben. Und die Aufgabe für die Kinder ist alle Gefahren für die Biosicherheit Neuseelands zu finden.

Da öffnet man z.B. einen Koffer in dem jede Menge Pflanzen liegen. Es geht ein Licht an und beleuchtet die Tafel mit Erklärungen, warum diese Pflanzen nicht ins Land dürfen. Fand ich auch spannend.

20190115 Wellington Te Papa Invaders

In Wellington kann man übrigens auch toll Shoppen gehen, habe ich gehört. Ich habe mich nur in ein paar Souvenir-Shops herum getrieben und über das folgende Schild geschmunzelt.

20190115 Wellington BeBaBo

Das waren übrigens fast nur dänische Legosteine und deutsche Ravensburger-Spiele.

Irgendwann hieß es dann Abschied nehmen von Windy Wellington nur um eine knochenharte Fahrt anzutreten. Erst der Spaß mit dem Camper durch die Vororte zu fahren – ich LIEBE aneinander gereihte, doppelspurige Kreisverkehre – und dann eine Straße mit vielen, engen Sepentinen, die sich auf den Berg hinauf und dann wieder hinab schraubte. Das Ganze bei Regen, vielen LKW auf der Gegenspur und in Gipfelnähe dann auch noch quer durch eine Wolke, was die Sicht auf 20 Meter reduzierte.

Es hat sich aber gelohnt. Wir stehen mitten in einem dichten Regenwald auf einer netten Fläche. Unter uns der Hutt River und auf dem Weg gab es wieder Schafe, Rinder und sogar eine kleine Herde Alpakas zu sehen. Sehr versöhnlich.