Den 18. Januar starten wir auf der kleinen Farm und beginnen ihn nur langsam. Das Treiben der vielen kleinen und großen Tiere ist zum Frühstück genau so süß anzuschauen, wie am Abend.

Anschließend gehts nach Rotorua in die Innenstadt. Die hat sich entweder massiv verändert oder wir sind tatsächlich zum ersten Mal hier. Auch der beißende Schwefelgeruch vom letzten Mal scheint zu fehlen. Zumindest kommt er uns nur hin und wieder in die Nase und erinnert uns an den typischen „Smell of Rotorua“.

20190118 Rotorua

Auf jeden Fall holen wir uns vom Chinesen eine Portion Takeaway im Lunch-Menu. Das ist für 12 Dollar wunderbar groß und auch noch lecker. Überhaupt empfiehlt es sich, auf die Lunch-Menus zu achten. Beim Inder haben wir zum gleichen Preis ein Curry, ein Mal Reis, ein Naan-Brot und ein kaltes Getränk bekommen.

Etwas anderes Tolles finde ich auch endlich. Nachdem ich beim Hersteller schon angerufen und nachgefragt hatte, finde ich in Rotorua endlich die Krawatte, die ich schon lange suche. Wunderbar!

Im i-SITE buchen wir dann noch für den Abend ein Hangi – traditionell zubereitetes Festessen der Maori.

20190118 Waka

Den Nachmittag verbringen wir im Camper – es ist einfach zu heiß draußen und noch mal aus der Stadt fahren wollen wir nicht. Der Abend beginnt recht vielversprechend, unser Gastgeber ist selbstironisch – er bekommt seit 17 Jahren jeden Tag das gleiche Festessen…

Leider nimmt der Spaß rapide ab. Die Gruppe ist zu groß, das Programm wirkt gehetzt und aufgesetzt. Klar ist das ein kommerzielle Angebot, klar müssen die effizient sein um Profit zu machen, aber bei 90 Euro pro Person erwarte ich trotzdem etwas Liebe.

Wir werden erst durch einen wirklich schön gewachsenen Teil Regenwald geführt. Schauen Sie links, schauen Sie rechts. Um mich herum lautes Schwatzen und Lachen. Auch noch auf Deutsch. Auf einen genervten Ruf von der Seite, doch bitte mal ruhig zu sein kommt ein lapidares: „Ich verstehe ja eh nichts“. Prima. Ich schon, aber nur, wenn ihr nicht gackert.

20190118 Gruppe im park

Wir sehen ein Waka in Aktion – die Gruppe fährt ein Mal rauf, ein Mal zurück. Und noch mal ran. Damit jeder genügend Fotos hat.

20190118 Waka im Einsatz

Anschließend gehts in ein großes Zelt, dessen Seitenwände hoch geklappt sind. Vor uns eine Kulisse, die an ein Maori-Dorf erinnert. Uns wird eine Begrüßungszeremonie gezeigt, verschiedene Instrumente vorgestellt, drei Spiele aufgezeigt und dann der Höhepunkt: der Haka. Die Erklärungen ins spärlich, auch wenn die Performance gut ist und der Gesang zu gefallen weiß.

20190118 Muschelmusik

Und dann endlich zum Essen. Uns wirde schon erklärt, dass es Hangi bei Maori nur zu Hochzeiten, Beerdigungen, großen Versammlungen und für besondere Gäste gibt. Wir laufen wohl unter Letzterem und der Gastgeber spricht uns immer wieder als Stamm der „Many Nations“ an.

20190118 Haka

Das Essen selbst ist eher fad. Da das Hangi für vier Stunden im heißen Erdboden gart ist alles butterweich. Was beim Lammfleisch gut ist, beim Hähnchen zumindest interessant, beginnt mich bei den Kartoffeln zu nerven und beim Kumara ist es dann aus. Auch der Mangel an Gemüsen gefällt mir persönlich nicht so besonders. Das ist sicher alles nicht schlecht, aber bei dem Preis hätte ich irgendwie etwas mehr Auswahl erwartet. Ich habe euch nämlich gerade alles vorgestellt, was es gab.

20190118 Hangi

Nach dem Essen sind wir dann bei einbrechender Dunkelheit noch in den Tierpark nebenan gegangen. Als erstes hieß es Glowworms schauen. Dumm nur, dass man die nur bei echter Dunkelheit sieht. „Wir sind noch zu früh“ ist da irgendwie nicht die Antwort, die ich hören möchte. Und dass gleichzeitig vier oder fünf Gruppen durch den Wald streifen und fleißig mit den Taschenlampen in alle Richtungen leuchten ist auch nicht sonderlich hilfreich.

Wir laufen dann durch den Park und bekommen immer wieder ein paar Tiere vorgestellt. Jeweils mit dem Hinweis, dass man morgen noch mal kommen soll. Da sieht man dann besser. Immerhin ist der Eintritt frei für uns.

Am Ende der Tour dann der Höhepunkt: Kiwis gucken. Die Gruppe hilft nicht unbedingt, aber dann doch: da bewegt sich so ein kleiner Fellball mit hellem, langen Schnabel hoppelnd durch das Gehege. Schwer zu erkennen in der Dunkelheit, aber doch. Ich schaue lange. So lange, bis das Licht ganz abgeschaltet wird.

Spätestens jetzt ist klar, warum die kleinen, flugunfähigen „Vögel“ die letzten paar Millionen Jahre überstanden haben. Ich weiß wo er ist. Ich sehe ihn aber nicht. Erst als er sich bewegt erahne ich es. Auf der Jagd wäre ich auf jeden Fall an dem Kiwi vorbei gelaufen und hätte meine Fehler niemals bemerkt…

Der Abend wird dann noch etwas abenteuerlich, da ich zum ersten Mal in der Nacht mit dem riesigen Camper über Neuseelands Straße fahre. Ich spüre jetzt, wie sehr ich von der freien Sicht profitiert habe und wie sehr es hilft zu sehen, was da vorne kommt. Am Ende finden wir zwar den Platz, wo wir stehen dürfen, aber finden nicht mehr die richtige Stelle. Der Camper steht am Ende auf dem Parkplatz und erst am nächsten Morgen finden wir den eigentlichen Platz.