Gestern wars mal wieder Zeit, etwas Fleisch in der Pfanne zu wenden.
Beim wöchentlichen Einkauf habe ich eine neue, leckere Paste aus Geschmacksverstärkern und bunten E-Stoffen gefunden: "Schnelle Pfanne: Karibik". Da ich total auf Ananas stehe, konnte ich nicht widerstehen und musste das natürlich gleich mal probieren.
Zutaten sind schnell gefunden: Fleisch (Pute, Hähnchen oder Schwein, angeblich geht auch Fisch ziemlich gut), Ananas, Paprika (rot und grün) plus lecker E-Stoff-Paste - Nimm das, Laffer!

Die Zutaten

Als Beilage sollte es Reis geben, weil weder Nudeln noch Kartoffeln so recht zu Ananas-Geschmacksverstärker-Paste passen wollten.

Alles in die PfanneFleisch (so knapp 500g) und Paprika (je eine) schneidet man zuerst Mal und wäscht den Kram dabei gleich. Das Fleisch brät man schön an, so dass es schon etwas braun ist. Nebenbei kann man den Reis anwerfen. Während der Reis köchelt gibt man die Ananas (180g - ich hab einfach ein paar Löffel aus der Dose gefischt) und Paprika zum Fleisch und brät auch das Zeug mit an. Auf der Paste steht was von drei Minuten, ich hab's aber lieber noch etwas länger drin gelassen. Als Krönung gibt es dann die Paste oben drauf.
Da diese Kombination auch nach kräftigem Umrühren noch jämmerlich aussah, habe ich kurzerhand den Reis dazu gegeben und mit gebraten.

 

Ordentlich Paste dranDas gab mir dann auch die einmalige Gelegenheit die zweite Packung Paste dran zu rühren. Hell yeah, Herr Biolek!
Nach ein paar Minuten sieht das Kunstwerk dann auf jeden Fall essbar aus. Die anschließende Geschmacksprobe bestätigt die Hypothese - leeeeecker!

Fürs nächste Mal merke ich mir aber mehr Fleisch vor - ich steh halt drauf.

 

Das Ergebnis: Ein Mal karibische Pfanne

Vor Kurzem habe ich endlich das Buch "Weltengänger" eines meiner Lieblingsautoren gelesen. Lukjanenko ist durch seine Wächter-Romane bekannt geworden, von denen "Wächter der Nacht" und "Wächter des Tags" in Russland verfilmt wurden. Der genannte Roman hat mit diesem Universum überhaupt nichts zu tun. Wer also auf einen Vampir-Roman hofft wird bitterliche Enttäuschung fühlen.
Wer jedoch einen schönen Fantasy-Roman sucht, wird hier fündig.

Die Hauptfigur des Romans muss eines Tages feststellen, dass seine Wohnung von einer Fremden bewohnt wird. Diese "Vettel" hat nicht nur die ganze Wohnung renoviert, sie hat auch auf allen Ämtern die entsprechenden Unterlagen austauschen lassen. Während unser Antiheld gerade noch an eine merkwürdige Intrige glaubt, die seine Wohnung zum Ziel hat, wird es komplizierter - die Leute beginnen ihn zu vergessen. Schon Minuten nach einer Begegnung ist er vergessen...

Die Story zieht sich zu Beginn ziemlich in die Länge und die ersten hundert Seiten haben mich nicht so recht zu fesseln gewusst. Wenn das Mysterium um das Vergessen aber erst Mal gelüftet ist, geht es richtig los. Der Autor malt ein Universum mit erstaunlichen Regeln und lässt dem Leser die Möglichkeit, diese Gesetze selbst zu erraten.
Was sich nach und nach entfaltet ist faszinierend und großartig - dieses neue Universum lässt Raum für weitere Geschichten.

Das Ende kommt leider viel zu schnell und die Auflösung der Geheimnisse kam mir nach der langen Einleitung leider zu kurz. Dass am Ende die Karten völlig neu gemischt sind und man mit einer Fortsetzung rechnen kann ist zugleich schön und enttäuschend - ich liebe lange Geschichten, aber ich hasse Cliffhanger.

Als Fazit kann ich also sagen: bleibt am Ball. Obwohl es lange dauert, bis das Buch wirklich genial wird, lohnt sich diese Zeit, da sie den Hauptcharakter erklärt und ein paar wichtige Protagonisten einführt.
Schon vor mehr als zwei Monaten habe ich mal wieder begonnen meine DS9-DVD-Sammlung einzulegen und Stück für Stück alle Folgen anzusehen. Vor zwei, drei  Wochen dann bin ich bei der Episode "Past Tense" gelandet und muss seit dem immer wieder darüber nachdenken.
Diese Doppelfolge gehört für mich zu dne Highlights der Serie.

Die Rahmen-Story ist Füllwerk und das merkt man dem Side-Plot auch deutlich an. Die Crew fliegt zur Erde um irgendwas zu machen - weil *Technobabbel* und gleichzeitig *Technobabbel* eintreten werden die drei Charakter Cpt. Sisko, Dr. Bashir und Lt. Dax ins Jahr 2024 auf dieser, unserer Erde geschickt. Die restlichen Charaktere beginnen den *Technobabbel* zu modifizieren und können somit ein paar Stationen in der Vergangenheit ansteuern um nach den Vermissten zu suchen - müssen sie auch, weil um sie herum 8mal wieder) die Auswirkungen der Änderungen der Vergangenheit zu Tage treten.

Wie gesagt: alles Füllwerk und man möchte jedes Mal vorwärts spulen, wenn die Kamera in die Zukunft schaltet (mach ich als guter Trekkie natürlich nicht).

So! Nun aber zum interessanten Teil.

Die drei im Jahr 2024 gestrandeten werden direkt zu Beginn getrennt - die beiden Männer (Sisko und Bashir) werden von der Polizei aufgegabelt und in ein Sanctuary verbracht, während Fräulein Dax von einem freundlichen Mitmenschen eingeladen wird bei ihm zu bleiben - ich hätte wohl auch eher Dax mit heim genommen...
Das Sanctuary ist ein Ort an dem die Obdachlosen, Arbeitslosen und auch ein paar Schwachsinnige einquartiert eingepfercht werden. Ursprünglich gedacht um die Obdachlosen von der Straße zu kriegen wurden diese Orte bald als Ghetto verwendet um den Rest der Gesellschaft von diese Elementen abzuschirmen.
Angeblich wartet man an so einem Ort nur auf den nächsten Job und wird mit einem Schlafplatz, mehreren Mahlzeiten pro Tag und natürlich medizinisch versorgt. Die Realität lernen Sisko (der sich, praktisch für den Zuschauer, als Hobby-Historiker outet und alles erklärt) und Bashir völlig anders kennen: das Areal mitten in einer amerikanischen  Großstadt ist völlig überfüllt, die Nahrungsmittelausgabe funktioniert schlecht und die Anzahl Ärzte ist... nun ja, überschaubar.
Die Situation eskaliert deutlich und es kommt zu Unruhen und Gewalt im Sanctuary. Die Bewohner fordern gehört zu werden, doch die Regierung lässt kurzerhand ihren Kommunikationskanal zu den Medien kappen.
Am Ende wird das Sanctuary "befriedet" - ein paar Dutzend oder Hundert Tote eingeschlossen. Danach wird sowohl für die drei Zeitreisenden als auch für die Menschheit alles gut.

In den Extras zur Serie weisen die Macher darauf hin, dass just während der Dreharbeiten in LA ein "Haven" für die Obdachlosen geschaffen werden sollte - Surreal. Jedenfalls grübel ich seit ein paar Wochen darüber nach, wie wahrscheinlich das Szenario ist - ich komme zu dem Schluss, dass es mich nicht überraschen würde.
Ein Großteil der Gesellschaft (mich eingeschlossen) möchte nicht am Bahnhof angebettelt werden. Vielen von uns ist der Umgang mit Obdachlosen unangenehm. Wir würden das lieber übersehen (und tun dann am Bahnhof auch so, als ob wir besonders beschäftigt wären und die hohle Hand gar nicht wahrnehmen).
Und wie toll wäre es, wenn der Staat sich um diese armen Seelen kümmern würde? Ich könnte durch die Stadt schlendern und müsste nicht mehr mit "Haste Mal nen Euro?" rechnen. Und für die wäre es doch auch besser, Oder vielleicht doch nicht?

Ich glaube, dass die Bereitschaft ein gesellschaftliches Problem zu verstecken und anschließend zu vergessen ziemlich hoch ist. Das ist nicht edel und schon gar nicht gut - es ist einfach menschlich.

Eintrittskarte zu Radio Rock RevolutionSchon vor ein paar Tagen habe ich mir die 70er-Jahre-Rock'n'Roll-Love-Peace-and-Harmony-Komödie "Radio Rock Revolution".

Der Streifen beginnt mit einem Schnitt durch die musikalischen Gewohnheiten der Briten Ende der 60er. Da wird erzählt, dass man auf dem Höhepunkt des Brit-Pop ist, aber die staatliche BBC diese unmoralische Musik nicht spielt. Passend dazu sehen wir britische Familien, bei denen Klassik aus dem Radio dudelt.
Und dann der Schnitt - es ist die Zeit der Piratensender (Piratensender, Copyrightpiraten, Piratenbucht und Piratenpartei muss ich da denken...) - diese Anarchisten sitzen auf alten Booten kurz vor der britischen Küste und beschallen die Insel via Radiowelle mit Rock und Pop. Dann sehen wir wieder Szenen aus britischen Haushalten - aus dem Radio plärrt jetzt der gute alte Brit-Pop selig neben den Rock-Klassikern der Ära.


Und dann beginnt der eigentliche Film - es geht um die Radiopiraten eines dieser Boote - der Captain hat trotz seiner laisser-faire Manier ein Auge auf die Finanzen, während das knappe Dutzend DJs echte Charakterköpfe sind - vom fetten Aufschneider über den verfilzten Hippie und dem neurotischen Außenseiter bis hin zum Cowboy. Die Jungs verwirklichen ihren Traum vom Leben - Rund um die Woche Radio machen, von Zeit zu Zeit eine Pubtour an Land und alle zwei Wochen kommt eine Bootsladung Frauen übers Wochenende zu Besuch - das motiviert natürlich.

Der Plot wird im Wesentlichen aus der Perspektive des Jungspunds Carl erzählt, der auf dem Boot zum Mann werden soll - Mama will es so. Manchmal schaltet die Kamera auch auf die Antagonisten der bunten Truppe und erzählt vom überzogenen Kampf des Establishments gegen diese unmoralischen Ausuferungen musikalischer Natur.

Wie bei einem solchen Filmtitel zu erwarten spielt Musik im Film eine große Rolle und die Score unterstreicht das noch - die Songs passen zumeist zur Handlung und gefallen als mehr oder weniger bekannte Perlen des Genre. Für mich war das natrlich ein wesentlicher Anreiz mir die guten anderthalb Stunden Zeit für diesen Film zu nehmen - ein bisserl steh ich halt auf diese alten Venylperlen.

Der Cast ist überzeugend und überdreht nur selten über das erträgliche Maß hinaus. Enttäuscht bin ich von Bill Nighy - er spielt seinen Charakter in wesentlichen Züge exakt wie schon Slartibartfast aus "Per Anhalter durch die Galaxis" - da wäre mehr möglich gewesen.

Besonders im Kopf geblieben sind mir die grandios-groovy Split-Screen Passagen, wenn ein Überblick über die Stimmung des Musikvolkes gezeigt wurde. Das war so wunderbar 70er-Jahre-Style, dass ich mich nicht satt sehen konnte - Detailaufnahme und dann auffächern - vier, sechs nein lieber acht einzelne Sequenzen in einem Bild - da lacht das Multithreading-Herz, da jauchzt der konzentrationsschwache Videogamergeist. Viel Flackern, viel Ehr - oder so.

Auf jeden Fall ist das Teil Wert meiner Sammlung beizutreten.