Eintrittskarte zu X-Men: WolverineDen Ableger der X-Men-Triologie habe ich mir auch vor ein paar Tagen gegeben. Hier habe ich recht gemischte Gefühle zu vermelden. Während die Inszenierung über jeden Zweifel erhaben daher kommt fehlte mir beim Plot doch einiges. Den Figuren wird kaum Zeit gegeben um ihre Motivation dazulegen, obwohl der Stoff dafür ganz deutlich angedeutet wird (is das ein Oxymoron?). Die Autoren und der Regisseur haben sich (sicherlich im Sinne der Zielgruppe) darauf beschränkt die nötigsten Szenen abzuspulen und uns dann doch lieber noch Mal die Krallen zu zeigen.
Die sind natürlich grandios in Szene gesetzt mit ordentlich Sling! Crash! und Boooom! wie man es aus den Comics kennt.

Leider finde ich das Ende einigermaßen verbockt. Es erlaubt zwar als gutes Prequel den nahtlosen Anschluss der bereits gezeigten Filme, krankt aber an seiner Flachheit. Da hilft auch kein Patrick Stewart, der mal kurz vorbei schauen darf um die Brücke zum nächsten Streifen zu schlagen.

Wenn ihr Popcorn-Kino sucht lohnt sich der Film sicherlich - erwartet nur keine grandiosen Enthüllungen oder eine tiefschürfende Geschichte - das ist nicht im Angebot.

Eintrittskarte zu DuplicityIch war am Wochenende mal wieder im Kino. Dieses Mal war es die Exagententhrillerkomödie "Duplicity" mit Julia Roberts und Clive Owen. Die Story ist schnell beschrieben - Agentenpärchen lernt sich bei einem Auftrag kennen und trifft sich nach Jahren wieder. Sie arbeiten beide in der Spionageabteilung eines Seifenherstellers.

Ich steh ja total auf diese komplizierten Filme, die intelligent daher kommen und die man bis zum Ende (oder auch gern Mal darüber hinaus) nicht kapiert. Darum gefiel mir der Streifen auch verdammt gut. In die Handlung sind Rückblenden eingeflochten, welche der Hauptlinie des Films immer wieder einen schönen Dreher geben. Ich denke bei diesem Review an grandiose Filme wie "Michael Clayton", "Der Krieg des Charlie Wilson" oder auch "Memento" - alles Filme, die ähnlich kompliziert sind und mir ähnlich viel Spaß gemacht haben.

Auch in ihrer Interpretation ist die Geschichte vielschichtig - geht es an der Oberfläche noch um die Frage, ob die beiden Ex-Agenten ihr Glück finden, so ist es eine Ebene tiefer schon die Frage, ob Liebe in einem Klima des Misstrauens überhaupt gedeihen kann - wie kann das für Liebe so wichtige Vertrauensverhältnis entstehen, wenn die Partner durch ihre Erfahrungen zu absolutem Misstrauen erzogen sind und sich immer einen eleganten Ausweg aus jeder Situation bereiten?


Damit wäre der Film vielleicht schon interessant genug, aber die Autoren legen noch eins drauf. Der Seifenhersteller bekriegt sich mit Hilfe von Spionage- und Spionageabwehrmaßnahmen mit seinem größten Konkurrenten. Die beiden Kontrahenten (überragend, überzogen gespielt von Tom Wilkinson und Paul Giamatti) hassen sich dabei bis aufs Messer und gönnen einander nichts. Sie taktieren, vermuten, interpretieren, schmieden Pläne und bewegen ihre Mitarbeiter wie Schachfiguren.
Durch all das konterkarieren sie genau die Welt, als welcher die Protagonisten eigentlich ausgestiegen sind - statt zwischen Ländern tobt der Krieg zwischen Unternehmen, statt fortschrittliche Waffen und Informationen sind es jetzt Pflegelotion und Cremes, um welche "gespielt" wird. Und am Ende gelingt dem Film eine großartige Metapher - der Erstschlag wird zur Aktienversammlung.

Wo Licht ist, findet sich natürlich auch Schatten - während die Schauspielerische Leistung der Bessetzung keine Zweifel offen lässt, sah Julia Roberts einfach unnatürlich jung aus und ein paar Szenen hat sicher ein Body-Double gedreht. Eine Reihe von Figuren - allen vorran die CEOs der Seifenfirmen - bleiben über weite Strecken unverständlich und hölzern.

Diese kleinen Wermutstropfen und die Gewissheit, dass ich die Wendungen des Plots nie wieder so genießen kann trüben das Kinoerlebnis nur leicht. Der Film hat einen trefflichen Titel und wer die weiter oben genannten Filme mochte sollte einen Blick riskieren. Wer eher auf Action ala Bourne steht sollte die Finger (oder besser Augen) weg lassen.

Eintrittskarte zu Star TrekIch bin eben vom "Männerabend" zurück. So heißt das Event im lokalen Kino - gezeigt wurde Star Trek 11. Da ich Hunger habe und noch die FHM lesen will (Männerabend, ihr erinnert euch? Gab's gratis), nur so viel:

1. Sabotage von den Beasties

2. ordentlich Faustkämpfe (leider nicht das klassisch zerrissene Hemd)

3. Classic-Uniformen (MÄNNERABEND hab ich gesagt!)

4. Neue Möglichkeiten

Natürlich wird es wieder viele Typen geben, die darauf rumhaken, dass dies und jenes einem Wort aus Folge 27 widerspricht, oder dass die Enterprise zwölfkommavierdreiacht Zentimeter zu kurz dargestellt wurde. Aber das ist mir egal! Es wurden jede Menge neue Möglichkeiten für das Franchise geschaffen. Wo First Contact uns zeigte, was aus unseren Serienlieblingen wurde, reißt Star Trek 11 einfach ein Tor auf in eine Welt mit neuen Regeln.

Super! Danke J.J.!

 

Eintrittskarte Crank 2: High VoltageWoah! Was ein Film! Zum Glück ist der ab 18, sonst hätte ich es gleich hier in der ersten Zeile gefordert!

Der Streifen ist total abgedreht und erinnerte mich an mehr als einer Stelle an Videospiele, was in einer Szene auch explizit angesprochen wird. Gleich zu Beginn darf man sehen, wie der Protagonist sich von einem Gegner zum nächsten Ballert und dabei in der Rangliste der Waffen nach oben steigt. Das kenn ich ganz gut aus diversen Games.

Auch der Versuch sich ein Auto zu stehlen, indem man den Fahrer raus zieht und selbst einsteigt, kam mir totaaaal bekannt vor.

Der Film übertreibt aber an fast allen Stellen mit der Gewalt und bringt Kids mit Sicherheit auf dumme Gedanken - mich hat das eher zum Lachen gebracht. Die völlige Überzeichnung der Charaktere und deren Handlungen haben für mich eher den Effekt einer Satire als mich wirklich zu schocken. Andererseits ist die Sache mit den Brustwarzen schon übel gewesen!

Tja... was habe ich jetzt aus dem Film gelernt?

  1. Sich an alten Damen zu reiben kann helfen, falls man ein Kunstherz hat.
  2. Versagen ist echt schmerzhaft.
  3. Ich will KEIN Sushi.
  4. Sex auf einer Pferderennbahn ist kein Problem!
  5. Herz-OPs sind nur halb so schlimm. Die kann man gleich nach einer Thai-Massage machen lassen und die besten Freunde können drum herum stehen  - wobei nur der Arzt einen Mundschutz braucht.
  6. Und: Wenn du keinen Aschenbecher hast - nimm einfach den Brustkorb.

Der Film ist jedenfalls nur was für echte Actionfans. Handlung gibts keine. Man sollte nicht so richtig zimperlich sein und ein Hintergrund als Gamer scheint mir auch nicht unabgebracht.

So richtig gut ist er jedenfalls nicht, als Popcorn-Kino zum Männerabend kann er aber schon taugen.