Wie war das eigentlich mit Combots?

 

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Verhüllter Combots

 Ich hatte vor Kurzem die Gelegenheit, die Aufzeichnung der Combots Premierenshow zu bewundern (Danke!) und habe mich anschließend ein wenig auf die Jagd gemacht um mir im Nachhinein ein Bild über Combots zu machen.

Was ich für mich herausgefunden habe, lest ihr im kompletten Bericht. 

 

 

Das Bild zeigt, was man über Monate hinweg vom ominösen Combots wusste - es ist ein verhülltes Etwas. Mehr verriet die Website der Combots AG nicht.

Zu dieser Zeit war das Portalgeschäft - also Web.de - bereits verkauft und die Firma hieß nicht mehr "Web.de AG", sondern Combots. Was genau die Firma herstellt war unklar, selbst im nächsten Umfeld war nur bekannt, dass es ein neuartiges Kommunikationsmittel werden sollte.

Und die, auch online erhältliche, Premierenshow stellte das dann auch klar und zog eine klare Linie von den Anfängen der Telefonie über die Erfindung des Internet und des HTTP hin zum guten Web.de und dann schließlich zur Krönung der kommunikativen Schöpfung: Combots.

Im Verlauf der Show erklärte dann Herr Greve, dass ihm und dem Rest der Welt eigentlich alles viel zu kompliziert sei: E-Mail, SMS, MMS, Telefon, Instant Messenger und so weiter.

Seine Thesen waren dann folgende:

  1. Die Benutzer wollen es EINFACH haben.
  2. Die Benutzer wollen sich nicht um die Technik dahinter kümmern.
  3. Die Benutzer wollen nichts lesen. Weder Handbücher, noch Hilfe noch Texte auf dem Schirm.
  4. Die Benutzer wollen keine komplizierten Shortcuts oder Klickorgien - siehe 1.
  5. Die Benutzer wollen alle Schichten der Kommunikation nutzen - insbesondere Emotionen.

So weit, so gut, dachte ich mir. Die Analyse stimmt aus meiner Sicht. Insbesondere die ersten vier Punkte kann ich aus meiner täglichen Arbeit heraus nur unterstreichen. Ich bin Bit- und Bytetüftler, aber der Rest der Welt will sich mit meinen vielen, schönen, generischen Programmen nicht herumschlagen und schreit nach Einfachheit! Simplizität!

Und auch der 5. Punkt passt aus meiner Sicht - warum sonst hätte ich hier im Blog und in jedem ICQ-Verschnitt einen Sack von Smilies um Ironie und Herzschmerz auszudrücken, oder jedem die Zunge zu zeigen, der es verdient hat? Cool

 

 

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Combots Wheelmenu

 

All das gibt es nur um die nicht-schriftlichen Aspekte der Kommunikation zu reaktivieren.

 

 

 

Auch die Lösung, die er und seine Mannen und Frauen sich ausgedacht haben klingt nicht schlecht:

 

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Ein paar Combots

Man baut einen Messenger, der sich mit einfachen Klicks und einem Wheel-Menu bedienen lässt, der alle Arten von Dateien schluckt um sie meinem Gegenüber zu schicken und der die Freunde als Figuren auf dem Desktop zur Interaktion bereitstellt. Und oben drauf macht man das Ganze hübsch und voller 3D-Figuren. Als Geschäftsmodell galt dann der Versuch, zusätzliche Figuren und insbesondere deren Smiley-Ersatz - einzelne Animationen der Figuren zu verschiedenen Themen - zu verkaufen. 

Leider, leider ist aus der angestrebten Revolution nix geworden. Die Anzahl Nutzer blieb weit hinter den Erwartungen zurück, die Internetnutzer wollten sich für kritische Kommentare nicht abmahnen lassen, das Geschäftsmodell ging nicht auf und am Ende musste man sich eingestehen, dass es nichts bringt und hat den Dienst mit weniger TamTam wieder vom Netz genommen.

Und was ich damit sagen will?

Die Idee war gut und die Analyse sowieso, aber irgendwie darf man sich auch nichts vormachen und muss ein solides Produkt mit gutem Geschäftsmodell abliefern.

Ich würde mir ehrlich wünschen, dass es etwas wie Combots gäbe, nur schlanker, sauberer und besser wink

 

BTW: Die Zeit hat just heute auch einen Artikel zur Geisterfirma Combots veröffentlicht.