Gestern habe ich mir "Michael Clayton" angesehen - den aktuellen Film von George Clooney.


Neugierig war ich durch den Trailer und die exzellente Kritik bei Filmstarts.de. Der Trailer versprach Action und die Kritik versprach geistreiches Kino.


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Warum ich finde, dass der Film nicht für Jeden geeignet ist und was ich dem Trailer übel nehme, erfahrt ihr im Rest des Berichtes.



Zuerst zur Story:


Die verschiedenen moralischen Konflikte des Lebens werden in Michael Clayton angerissen - von Karriere vs. Familie über Freundschaft bis zum Kernthema des Films: Moral oder Brötchen auf dem Tisch?


Wer schon ein paar Jahre gearbeitet hat, kennt das Dilemma wahrscheinlich selbst: soll ich einfach die Klappe halten und meine Arbeit tun, oder sollte ich zu meinen moralischen Überzeugungen stehen und damit mein geregeltes Gehalt gefährden?
Ich hoffe, dass ihr noch nie so schwere Entscheidungen treffen musstet wie der Titelheld: er weiß, dass ein Klient seiner Firma ziemlich viel Dreck am Stecken hat, hat aber gleichzeitig hohe Schulden bei einem wenig angenehmen Zeitgenossen.


Dieser innere Konflikt wird eingebettet in ein kompliziertes Beziehungsgeflecht das im Verlauf des Films langsam verständlich wird und dem Zuschauer einen Blick in das Leben von Michael erlaubt. Diese Konzentration auf die Charaktere erzeugt wenig Dynamik und wird dadurch stellenweise Langatmig - gleichzeitig erlaubt es George Clooney, wie den anderen Darstellern, ihre Fähigkeiten im Charakterfach zu beweise.


Die Handlung bleibt denn auch auf weite Strecken vorhersehbar, was aber ohne weiteres zu verschmerzen ist, da die Schauspieler die Rollen so gut spielen, dass es auch spaß macht zuzusehen, wenn man weiß, was kommt.


Wirklich beeindruckt war ich denn von der Optik - die Menschen hinter der Kamera haben ganze Arbeit geleistet. Im Gedächtnis geblieben sind Barszenen, die realistisch wirkten - nicht leer und nicht künstlich gefüllt.
Für mich ein weiteres Highlight sind die Autofahrten - mit klassischen und neuen Blickwinkeln wurde hier großes geleistet.


Insgesamt war der Film für eine Spätvorstellung nicht das Optimum - dazu war zu wenig Überraschung geboten. Wer jedoch einen Film sucht, der geistig berührt und fordert, ein Film, der einen menschlichen Konflikt beleuchtet, der ist bei Michael Clayton genau richtig.